Seit einigen Tagen bin ich Mitglied im elitären Kreis der Mac-User. Früher hätte ich hier in diesem Blog daraus ein Riesending gemacht. So wie die Exhibitionisten des Schwachsinns auf YouTube mit ihren Unboxing-Videos.
Ja, ich habe mir ein Macbook gekauft. Nicht ersteigert. Nicht getweetet. Nicht gefollowed. Gekauft. Ganz klassisch. Mit Geld. Ein weißes Macbook. Das kleine. Ich kann und darf jetzt endlich mitreden. Schön isses ja. Auch wenn es komplett aus Plastik ist. Dafür aber aus einem Stück. Unibody nennt sich das. Und das auch noch “Late 2009″. Und schnell ist es. Das LED-Display ist wirklich sehr gut, und am besten gefällt mir das Trackpad, das man mit mehreren Fingern bedienen kann. Tippen, doppeltippen, tripleklicken, wischen, schmieren und weiß-ich-was. Die Möglichkeiten machen eine Maus fast entbehrlich. Fast. Auch die Akku-Laufzeit kann sich mit weit mehr als 5 Stunden sehen lassen. Da haben klassische Notebooks mit vergleichbarer Rechenleistung und Ausstattung immensen Nachholbedarf.
Mac OS X? Ein Betriebssytem wie jedes andere auch. Mit Haken und Ösen wie jedes andere auch. Da könnte ich nach den paar Tagen schon einige nennen. Aber darüber Worte in die Tastatur zu tippen ist mir langweilig. Denn dann suche ich nur wieder die DEL-Taste und muss stattdessen FN & Backspace kombinieren.
Allerdings frage ich mich nach diesen wenigen Tagen auch, was ich mit diesem Gerät nun anfangen werde. Bildbearbeitung? Außer Photoshop scheint es da nichts Ernstzunehmendes zu geben. Komme mir bloß keiner mit GIMP. Recording? Hätte ich hier nicht schon Cubase rumliegen, müsste ich auch dafür einiges locker machen. Dass der Mac der Rechner der Kreativen ist, setzt wohl deren Zahlungsbereitschaft und -fähigkeit voraus. Elitär = Monetär. Das geht auf der Windows-Seite wesentlich besser und preiswerter. Oft sogar kostenlos. Und funktionieren tut es auch. Bestens. Das haben viele Mac-User ob ihrer sprichwörtlichen Hochnäsigkeit vielleicht noch nicht gemerkt. Dem ewigen, sofortigen Tiefschlaf provozierenden Mantra, Mac OS sei ein so einfach zu bedienendes Betriebssystem, stimme ich ohne Abstriche mit der Ergänzung zu, dass man vielen Mac-Usern wohl auch nicht mehr abverlangen kann und darf. Schon mal in Mac-Foren gestöbert? Alter Schwede. Dass die Sprache durch den Computer und all seine Derivate zusehends degeneriert, ist nicht wirklich eine neue Erkenntnis. Aber in Mac-Foren muss dieser Prozess schon wesentlich weiter fortgeschritten sein. Hier scheint Stammelsprech bereits die Amtssprache zu sein. Nee, Spaß beiseite… Da darf man natürlich nicht alle über einen Kamm scheren. Und wahrscheinlich liegt das ja sowieso nur an der fehlenden DEL-Taste. Ach ja, Windows. Das kann man auf diesen Intel-Macs auch laufen lassen. Hab’ ich auch schon ausprobiert, mir dann aber an die leicht glühende Stirn gefasst und die Partition, die merkwürdigerweise den gleichen Namen trägt wie diese US-amerikanischen Straflager, wieder gelöscht. Merkwürdigen Humor haben diese Mac-Leute. Warum auch soll ich mir ein Macbook zulegen, um dann darauf Windows laufen zu lassen? Da bin ich Purist.
Fazit: Ich mag mein Macbook sehr. Ich mag auch die Bedienung. Ich mag auch das Betriebssystem in all seiner Simplizität. Ich werde damit wohl das Internet nutzen, mit iTunes meine *.mp3s hören, an dem lustigen Gehüpfe der Icons im Dock meine kindliche Freude haben, und mich immer wieder aufs Neue darüber wundern, warum beispielsweise so ein funktionsmageres Programm wie iPhoto mehr als 400 MB auf der 250er Festplatte belegt.
Vielleicht bin ich aber auch nur noch nicht so richtig auf den Trichter gekommen, habe noch nicht die richtigen Webseiten und Foren gefunden, habe die Windows-Welt noch nicht hinter mir lassen können und wollen, habe nicht loslassen können… Mit einem Wort: Ich bin noch nicht reif genug für diese faszinierende Welt. Ich denke, es sind wohl in erster Linie die Analysten, die bei dem Namen APPLE mit der Zunge schnalzen. Denn schließlich geht es doch nur um eins: making money.
In meinem HOMECOUNTRY Baden-Württemberg lassen Politiker niemals nie eine Möglichkeit aus, dafür zu sorgen, dass sich im Restreich ein Jeder über die Schwaben seinen ganz persönlichen Ast lachen kann und zurecht darf. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, welcher Partei er angehört. Wie verkünden die BWler doch immer so stolz in ihren dummen Kampas: WIR KÖNNEN ALLES AUSSER HOCHDEUTSCH. Der Lüge überführt wurde dieser Tage unser neuer Mann für Brüssel.
“Er ist ein herrlicher Trottel.” (Danke, Monty Python)
Und bevor die Firma mit dem Äppelbutzen heute Abend aufs Neue irgendeine elimonetäre iRevolution ausruft, noch schnell das hier: Wollte vorhin das Datum meines NEWTON korrekt einstellen… Geht nicht. Der kennt das Jahr 2010 nicht. Beziehungsweise springt sofort zurück auf 1976. ‘76 hatte ich – so weit mich mein prädementes Gedächtnis nicht täuscht – das erste Mal Geschlechtsverkehr. Woher wissen die das verdammt noch Mal schon wieder?
Und falls sich jemand fragt, warum hier nix mehr passiert… Ich kann es nicht so genau sagen. Manchmal denk’ ich “Passt bloß auf, ich hol’ nur Luft”. Und dann wieder “Scheiße, ich erstick’ demnächst”. Wohl eher letzteres.
Das ist aber auch eine ziemlich bescheuerte Idee in meinem methusalesken Alter noch Klavier lernen zu wollen. Gestern Abend habe ich mir einen doppelten Schotstek zwischen linken Mittelfinger und rechten Ringfinger geknüpft. Beim Spielen eines tumben Anfänger-Blues in C. Hab’ ich warten müssen bis der Dwarf vom Schwanzen (schwäbisch: um die Häuser streifen) nach Hause gekommen ist und mich in genau 18 Minuten befreit hat. Na ja, noch ist kein Maestro vom Himmel gefallen. Kann es denn sein, dass man vom Klavierspielen Muskelkater bekommt?
Was es doch für feine Gitarren gibt. Leider nahezu ausnahmslos für fiese *ptui* Rechtshänder. Ja ja, ich weiß… Einfach nur rumdrehen und Saiten umspannen. Als wäre es damit getan. Außerdem ist es dann immer noch eine *ptui* Rechtshändergitarre. Pfuipfuipfui…
Jetzt sagen die wieder “Liebe Genossinnen und Genossen.” Inflationär oft. Und je konservativer der Genosse, desto öfter. Und duzen tun se sich auch wieder. Alle miteinander. Vielleicht singen sie am Ende vom Parteitag gar wieder des Kampfes lustige Lieder. “Brüder zur Sonne, zur Freizeit.” Oder so.
Heute vor 20 Jahren fiel die Mauer “in sich” zusammen. Kriegt man ja seit Tagen immer und überall tüschtsch um die Ohren gekloppt. Als ich die Bilder damals im Glotz gesehen habe, war mein erster Gedanke “Oh Gott, Scheiße, jetzt kommen die Verwandten!” Kaum 10 Minuten nach diesem unpatriotischen Gedanken klingelte das Telefon, und meine Mutter teilte mir mit gepresster Fistelstimme mit: “Oh Gott, Redunzl, jetzt kommen die Verwandten!” In der folgenden Nacht rissen mich verdächtige Geräusche vor dem Fenster aus unruhigem und fiebrigen Schlaf. Mit weit aufgerissenen Augen stammelte ich in die erst kürzlich wiedervereinigte Dunkelheit: “Oh Gott, Scheiße, jetzt kommen die Verwandten!” Am folgenden Morgen fand ich im Büro einen gebrochenen Mann vor. Mein Chef. Um Jahre, nein, um Jahrzehnte gealtert. Und er sah schon vorher ziemlich schlecht aus. Klar, was der Mann auf meine Nachfrage antwortete.
Ja, so war das damals am 9. November 1989. Die Verwandten kamen dann tatsächlich, aber erst viel später. Mit Westkarre. Erzählten mir stolz, dass sie den Kohl gewählt hätten. Onkel D. starb kurze Zeit später. Die Leber. Vom Rest der Verwandschaft weiß ich nichts.
Im August 1991, während des Gorbatschow-Putsches, starb meine Oma. Die bei uns Kindern nur “Wilschwitzer Oma” hieß, weil sie aus dem Dorf Wilchwitz in der Nähe von Altenburg stammte. 1959 flüchtete sie mit meinem Opa über Berlin ins Gelobte Land. “Wenn der Ami nich’ wär’, wär’ der Russe schon lange da!” pflegte sie immer zu politisieren, wenn sie hinter ihrer BILD hervor lugte. Jahrzehntelang schickte sie riesige Päckchen in die “Zone”. Wie Millionen Andere im Westen auch. Zu Geburtstagen, zu Ostern, zu Pfingsten, zu Weihnachten. Kaffee. Schokolade (Toblerone!). Ich weiß gar nicht mehr, was noch alles. Obwohl ich ihr als Kind beim Packen oft zugeschaut habe. Und nachdem der Eiserne Vorhang gefallen war? Die Beschenkten? Kein Wort des Dankes. Nichts. Ich glaube, das hat meine Oma sehr enttäuscht.
Solche Eindrücke gehören auch zu dem heutigen Feiertag. Dem Tag, an dem sich die üblichen Verdächtigen wie Geschmeiß auf der Kuhkacke in die 1. Reihe drängen, ihre Fratzen hinhalten, ihre contentlosen Sprechblasen entleeren, um uns Glauben zu machen, sie wären teilverantwortlich für den Einkauf die Befreiung der DDR.
Bei uns bleibt heute die Glotze aus. Ich könnt’ ‘ne Kerze ins Fenster stellen. Hat man früher für die Verwandten in der Zone gemacht. An Weihnachten. Is’ ja bald. “DWARF, HAM WIR KERZEN DA?”